Apprends à écouter pour ton bien-être
Apprends à écouter pour ton bien-être — Einführung in die Pädagogik des Zuhörens
Erste französische Übersetzung des Buches von Pierre Sollier, 2005 in den Vereinigten Staaten unter dem Titel Listening for Wellness erschienen und im selben Jahr mit dem Preis für das beste Psychologiebuch ausgezeichnet, verliehen vom Verband der unabhängigen amerikanischen Verlagshäuser. Vorwort von Léna Tomatis, Geleitwort von Christophe Besson, französische Übersetzung getragen von Sandra Huguenin, Marie Blons und Francis Besson. Ein Referenzwerk zur Pädagogik des Zuhörens, in sechs Büchern gegliedert, die den Leser von der Anatomie des Ohrs bis zur Spiritualität führen, über Lernvorgang, Hörtest und das psychologische Ohr.

„Zuhören heisst kommunizieren, einen Kontakt herstellen mit unserer Umwelt ebenso wie mit dem inneren Universum unserer Gedanken und unserer Empfindungen."
— Pierre Sollier
Vorstellung
Das Werk geht aus einer persönlichen Geschichte hervor. Als Franzose, der sich Anfang der 1980er Jahre in Kalifornien niedergelassen hatte, gelingt es Pierre Sollier nicht, sich auf Englisch verständlich zu machen: sein Akzent ist derart ausgeprägt, dass er lieber schweigt. 1984 rät ihm ein befreundeter Wissenschaftler, einen gewissen Doktor Tomatis in Paris zu konsultieren, der „seine Ohren auf die Frequenzen des Amerikanischen einstimmen werde". Was eine blosse sprachliche Wiedererziehung sein sollte, wird zu einer entscheidenden Begegnung: Sollier, vom Programm umgewandelt, richtet seine ganze Laufbahn auf die klinische Umsetzung der Methode aus und gründet schliesslich in Kalifornien das Mozart Center, das er drei Jahrzehnte lang leiten wird.
Diese doppelte Stellung — jene des Patienten, der die Methode am eigenen Leib erfahren hat, und jene des Praktikers, der sie bei tausenden Kindern und Erwachsenen hat lebendig werden lassen — verleiht dem Buch seine eigentümliche Färbung. Sollier verbindet theoretische Darlegung, klinische Beobachtungen aus seiner eigenen Praxis und ergiebige Anekdoten. Er schreibt sowohl für Eltern als auch für Wissenschaftler, in einer schlichten und unmittelbaren Sprache, ohne je in Vereinfachung zu verfallen.
Das Buch wurde noch zu Lebzeiten Alfred Tomatis’ weit vorangetrieben, der seine Veröffentlichung anlässlich der letzten Begegnung mit Sollier ausdrücklich ermutigt hatte. Tomatis verstirbt am Weihnachtstag 2001; die englische Ausgabe erscheint 2005, und das Vorwort, welches Léna Tomatis, seine Gattin, in jenem Jahr verfasst, würdigt darin „eine meisterliche Darstellung der theoretischen Aspekte der Neurophysiologie des Ohrs sowie der zahlreichen Anwendungen, die daraus gewonnen werden können".
Entstehung der französischen Ausgabe
Die französische Ausgabe, die Sie in Händen halten, setzt einen verlegerischen Weg fort, der in Mexiko begann. Dort hat eine landesweit tätige Stiftung die Methode unter Begleitung Pierre Solliers in benachteiligten Schulen eingeführt, und Besson of Switzerland — Hersteller des Oreille Électronique Besson® und unmittelbarer Erbe der Arbeiten Dr. Tomatis’ — hat zunächst die spanische Übersetzung (Introducción a la pedagogía de la escucha, Sial Pigmalión, 2016) und sodann diese französische Ausgabe (Sial Pigmalión, 2017) als Pate begleitet. Aus diesem Anlass hat Sollier die ersten beiden Kapitel des „spirituellen Ohrs" neu verfasst, in der Sorge, diesen anspruchsvollen Gegenstand schärfer zu fassen.
Christophe Besson zeichnet das Geleitwort, in dem er daran erinnert, dass seine eigene Begegnung mit Pierre Sollier „auf Empfehlung Alfred Tomatis’ zustande kam, dem ich zugleich meine berufliche Ausrichtung verdanke, da ich sie der beständigen Weiterentwicklung des Oreille Électronique Besson® und seiner Ergänzungen widme".
Inhaltsverzeichnis
Das Werk ist in sechs grosse Teile gegliedert, ergänzt durch zwei Anhänge und eine Bibliographie.
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I. Lerne zuzuhören für dein Wohlbefinden — die Gründungserzählung: warum zuhören, warum das Wohlbefinden, warum jetzt.
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II. Was wir über unsere Ohren wissen müssen — Anatomie und Physiologie des Ohrs (Aussen-, Mittel- und Innenohr, Vorhof, Schnecke), Luft- und Knochenleitung, Haut und Gehör, „menschliche Antenne", aufladende Klänge und ermüdende Klänge, Vagusnerv und Empfinden des Wohlbefindens, die drei Integratoren (cochleär, vestibulär, visuell), Verbindungen zwischen Ohr und Stimme, Lateralität, führendes Ohr und führender Mund, Körperbild.
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III. Das Ohr des Lernens — Autismus (mit ausführlichen Fallstudien), Legasthenie, Aufmerksamkeitsstörungen (Tom und Jeff), die Sprachenbegabung und der Begriff des „ethnischen Ohrs".
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IV. Der Hörtest — ideale Hörkurve, Bedeutung der Luft- und Knochenleitungskurven, die drei Zonen (Körper, Sprache, Kreativität), Selektivität, Räumlichkeit, Lateralisierung, die vier Hörprofile (Träumer, Kontrolleur, Depressiver, Unentschlossener), Dialog zwischen den Ohren und Symbolik der Ohren.
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V. Das psychologische Ohr — das Zuhören in utero, die mütterliche Stimme, die klangliche Geburt, die Rolle des Vaters, die Zeichen der Erwachsenwerdens-Verweigerung beim Kind und beim Erwachsenen.
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VI. Das spirituelle Ohr — Alfred Tomatis und die spirituelle Frage, Haltung des Zuhörens, Musik und sakrale Gesänge, „unser Herz atmet durch das Ohr", der göttliche Mozart.
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Anhänge — Die Haltung des Zuhörens; Die Knochenstimme.
Stellung im Werk
Wo die meisten der von Tomatis selbst verfassten Werke vor allem Bücher des Erfinders sind — in denen Begriffe unmittelbar erarbeitet werden, zuweilen im Streit mit der Institution — ist jenes Solliers ein Buch der Überlieferung: das Denken Tomatis’ wird darin zusammengefasst, geordnet, veranschaulicht, ohne dass ihm etwas von seiner klinischen Tragkraft verloren ginge. Es ist jenes Werk, das man einem Elternteil, der die Methode entdeckt, einem neugierig gewordenen Lehrer, einem Fachmann auf der Suche nach einem Zugang, einem Therapeuten, dem an der Reinheit der Prinzipien jenseits der Marktverirrungen gelegen ist, empfehlen kann.
Sollier widmet im Übrigen mehrere Seiten seiner Einleitung der Warnung vor den „digitalen Ersatzprodukten" und den in einem Wochenende ausgebildeten „Therapeuten oder Geräteanbietern", welche die Methode mechanisch anwenden, ohne vorgängigen Hörtest, ohne mütterliche Stimme, ohne Begleitung. Im Gegensatz dazu erinnert er an das, was die Echtheit eines Geräts wie des Oreille Électronique Besson® ausmacht: die analoge Klangverarbeitung („unentbehrlich für das menschliche Ohr, das den Klang physiologisch auf analoge Weise analysiert"), die Treue zu den vierzig Forschungsjahren Dr. Tomatis’ und die Notwendigkeit eines geregelten klinischen Rahmens.
Das Wesentliche
Ein Schlüsselbuch in der Bibliographie der Methode. Zu lesen von jedem Elternteil, der mit Schulschwierigkeiten, Autismus, Aufmerksamkeits- oder Sprachstörungen seiner Kinder konfrontiert ist; von jedem Erwachsenen, der durch das Verhältnis zwischen Zuhören, Stimme und innerem Zustand beunruhigt wird; von jedem Praktiker, dem daran liegt, seine Praxis auf festen Grund zu stellen. Der Ton ist warm, die klinischen Beispiele zahlreich, die Pädagogik untadelig. Tomatis selbst hatte die Bedeutung des Werkes vor seinem Tod erahnt: die Nachwelt hat ihm recht gegeben.
Pierre Sollier — Sial Pigmalión, Madrid, 2017. Reihe Santé et Bien-être. Ausgabe veröffentlicht unter der Patenschaft von Besson of Switzerland und mit Unterstützung der F.I.A.P.E. (Fédération Internationale d’Audio-Psycho-Phonologie et Pédagogie de l’Écoute).
Englische Originalausgabe: Listening for Wellness — An Introduction to the Tomatis Method, Mozart Center Press, 2005 (ISBN 0-9763639-0-9). Spanische Ausgabe: Introducción a la pedagogía de la escucha, Sial Pigmalión, 2016 (ISBN 978-2-8399-1661-5).